Veröffentlicht am 12. Juni 2026

Zwei Zukünfte — mein Buch über künstliche Intelligenz ist da

Zwei Wege, eine Entscheidung. Links das Vertraute — Berge, Licht, ein Pfad durch Wiesen. Rechts die Stadt der Maschinen, glänzend und dunkel zugleich. Dazwischen der Mensch, der sich entscheiden muss. Genau an dieser Gabelung stehen wir. Nicht in zwanzig Jahren. Jetzt.
Zwei Wege, eine Entscheidung. Links das Vertraute — Berge, Licht, ein Pfad durch Wiesen. Rechts die Stadt der Maschinen, glänzend und dunkel zugleich. Dazwischen der Mensch, der sich entscheiden muss. Genau an dieser Gabelung stehen wir. Nicht in zwanzig Jahren. Jetzt.

Im Herbst 1981 sass ich an der ETH Zürich im allerersten Informatikstudiengang des Landes. Ein Studentenzimmer kostete 280 Franken, der Mensa-Kaffee einen Franken zwanzig, und in den Seminarräumen träumte eine ganze Generation davon, dass Maschinen bald denken würden.

Fünfundvierzig Jahre später ist es so weit. Und ich habe ein Buch darüber geschrieben.

«Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Menschheit» erzählt diese Geschichte von innen: die grosse Verheissung der Achtzigerjahre, den KI-Winter, der eine Milliarden-Industrie einfrieren liess, die langen Jahre der Geduld — und die Explosion, die mit Deep Learning begann und im Frühjahr 2026 in einem Ereignis gipfelte, das ich im Buch aus nächster Nähe beschreibe: Ein KI-Modell wurde so mächtig, dass seine eigenen Schöpfer es für zu gefährlich erklärten.

Die Buchvorstellung zum Anhören

Wer lieber zuhört als liest: Hier ist die Buchvorstellung als Audio — eine Viertelstunde über fünf Epochen, zwei Zukünfte und eine Zahl, die man nicht mehr vergisst.

Buchvorstellung «Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Menschheit» — rund 15 Minuten

Diese Buchvorstellung gibt es auch als Folge 4 meines Podcasts «Buchbesprechnungen» — direkt zur Folge auf der Podcast-Seite. Dort können Sie den Podcast auch per RSS oder Apple Podcasts abonnieren.

Die Zahl, die mich nicht mehr loslässt

Im Herzen des Buches steht ein Gedankenexperiment. Ich habe die Schweizer Volkswirtschaft durchgerechnet — Stelle für Stelle, Franken für Franken. Wie viele Arbeitsplätze verdrängt die künstliche Intelligenz in welchem Jahr? Was bedeutet das für die Steuereinnahmen, für die Sozialwerke, für eine ganz normale Familie mit zwei Kindern und einer Hypothek?

Das Ergebnis hat mich selbst erschüttert, obwohl ich die Zahlen aufgeschrieben habe: Ich schätze konservativ — und ich betone: konservativ —, dass in wenigen Jahrzehnten rund 45 Prozent der Bevölkerung ihr Einkommen nicht mehr aus eigener Kraft bestreiten können. Fast die Hälfte der Gesellschaft. Nicht, weil diese Menschen nicht arbeiten wollen. Sondern weil die Arbeit, von der sie leben, von Maschinen erledigt wird — schneller, präziser, für einen Bruchteil der Kosten.

Unser Sozialstaat ist auf Lohnbeiträgen gebaut. Wenn die Maschinen die Wertschöpfung übernehmen und die Lohnbasis wegbricht, bricht das Fundament — während die Ansprüche bleiben.

Daraus folgt für mich zwingend der Ruf nach einem bedingungslosen Grundeinkommen. Nicht als politische Utopie, sondern als mathematische Notwendigkeit. Aber — und das überrascht viele meiner Leser — mein Vorschlag ist kein Sozialismus. Er ist das Gegenteil davon: eine Bürgerdividende nach dem Vorbild des erzkonservativen Alaska und des wirtschaftsstarken Norwegen, verbunden mit etwas Urschweizerischem — der Genossenschaftstradition von Migros und Raiffeisen. Wie aus einer Abgabe auf die Wertschöpfung der Maschinen ein Fonds wird, der jedem Bürger gehört, und in welchen Phasen er die alten Sozialwerke ablöst, ohne dass ein einziger Rentner etwas verliert — das rechne ich im Buch im Detail vor.

Wem gehören Ihre Daten?

Die zweite grosse Baustelle ist die Datenhoheit. Ihr Smartphone meldet Ihren Standort bis zu 340 Mal am Tag. Aus Klicks, Käufen und Kommunikationsdaten entstehen Profile, die mehr über Sie wissen als Ihre engsten Freunde — und dieselben Profile, die heute Werbung steuern, eignen sich morgen für politische Manipulation.

Meine Antwort darauf ist ein Paradigmenwechsel: Datenschutz reicht nicht mehr. Es braucht Dateneigentum. Ihre Daten gehören Ihnen — rechtlich, nicht nur moralisch. Wenn jemand ohne Ihre Zustimmung Ihr Haus verkauft, ist das Betrug. Wenn jemand ohne Ihre Zustimmung Ihre Daten verkauft, ist das heute legal. Diese Asymmetrie muss enden.

Im Buch entfalte ich dazu sechs konkrete Massnahmen — vom Eigentum an den eigenen Daten im Zivilgesetzbuch bis zu einem Recht, das es heute nirgends gibt: dem Recht auf Löschung der eigenen Daten aus den Trainingsbeständen der KI-Modelle. Das Dateneigentum ist eine von zehn Forderungen an die Politik, die das Buch begründet — von der Transparenz der Algorithmen bis zur Frage, wie die Schweiz in der künstlichen Intelligenz Weltspitze werden kann.

Schlaraffenland oder digitaler Stalinismus

Das Buch entwirft zwei Zukünfte, die beide bereits begonnen haben. In der einen produzieren Roboter Nahrung, Energie und Wohnraum zu Kosten, die heute unvorstellbar wirken, die Medizin erkennt Krankheiten vor dem ersten Symptom, und Bildung wird zum Geburtsrecht jedes Kindes. In der anderen entscheiden Algorithmen, was Millionen Menschen sehen, glauben und wählen.

Welche der beiden Zukünfte eintritt, entscheidet sich jetzt. Das ist die These dieses Buches — und der Grund, warum ich es geschrieben habe.

Mehr zum Buch, Leseprobe und Bezugsquellen finden Sie hier.

Erhältlich als eBook und als Printausgabe mit über zwanzig Infografiken — bei Amazon und Apple Books.

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