Die unbemannte Kampfdrohne hat die Schwelle vom ferngelenkten Werkzeug zur eigenständig handelnden Waffe überschritten. Diese Studie vermisst den wissenschaftlichen Stand der Technik in sieben Disziplinen — Inertialnavigation, bildgestützte Wahrnehmung, geländereferenzierte Ortung, Schwarmfunk, Phased-Array-Antennentechnik, Abwehr von Satellitenstörung und eingebettete künstliche Intelligenz — und projiziert daraus die zu erwartende Funktionalität autonomer Wirksysteme bis zum Jahr 2036.
Im Zentrum steht eine Leitthese, die der Studie ihren Namen gibt: die ausfallsichere Wirkkette. Die Kampfdrohne von 2036 erkennt ihr Ziel mit eigenen Sensoren und eigener künstlicher Intelligenz an Bord, ohne Datenlink. Sie vernetzt sich mit ihresgleichen über elektronisch geschwenkte Richtstrahlen, die abhörarm und störresistent sind. Und fällt dieses Nervensystem aus, trägt eine gestaffelte Eigennavigation die Mission allein zu Ende — vom Satellitensignal über bild- und geländegestützte Ortung bis hinunter zur reinen Trägheit, die keine äussere Quelle mehr braucht.
Die Prüfung bestätigt die These, korrigiert aber ihre naive Form. Reine Inertialnavigation driftet unaufhaltsam; die Resilienz entsteht nicht aus einem perfekten Sensor, sondern daraus, dass die Verfahren einander auffangen und die Drohne nie lange genug auf eine einzige Quelle angewiesen ist. Über die wenigen Sekunden des Endanflugs genügt selbst die reine Trägheit. Der Verlust der Schwarmkommunikation kostet die kollektive Schärfe, nicht die Handlungsfähigkeit — und genau darin liegt die militärische Brisanz wie die rechtliche Problematik.
Die Studie betrachtet auch den Gegenspieler: Gegen funkstille, autonome Schwärme bleibt elektronische Störung wirkungslos, sodass die Abwehr auf Hochleistungsmikrowellen, Hochenergielaser, kinetische Interzeptoren und programmierbare Flak ausweicht — Mittel, deren Wert sich an einer erbarmungslosen Ökonomie entscheidet. Sie schliesst mit der rechtlich-ethischen Einordnung: Die ausfallsichere Wirkkette ist gebaut; die offene Frage ist nicht mehr, ob sie funktioniert, sondern wer die Kontrolle über die Entscheidung zu Leben und Tod behält.