Ein Vater. Ein dreizehnjähriger Sohn. Ein kleines Flugzeug und ein Kontinent, der unter ihnen immer weiter wird.
Im Sommer 2007 brechen Beat W. Meier und sein Sohn Alain zu einer Reise auf, die kaum vernünftig erscheint: mit einem selbst ausgerüsteten Ultraleichtflugzeug von der Schweiz bis ins südliche Afrika. Vierunddreissig Stationen, rund zehntausend Kilometer und hundert Stunden Schulter an Schulter im Cockpit. Sie fliegen über Alpen und Mittelmeer, geraten in eine Staubwand über dem Roten Meer, landen auf einer Strasse im Omo-Tal und auf einer Salzpfanne in Botswana. Sie begegnen Menschen und Landschaften, die beide verändern.
Fast zwanzig Jahre später erzählt der Vater diese Reise noch einmal. Jetzt weiss er, was er damals nicht wissen konnte: Die gemeinsame Zeit war eine Frist. Alain lebt nicht mehr.
Zwischen Sternen, Staub und Tod ist deshalb weit mehr als ein Reiseabenteuer. Es ist die Geschichte eines Vaters, der seinen Sohn unterwegs neu kennenlernt — und eines Sohnes, der seinen Vater genauer gesehen hat, als dieser ahnte. Zwischen gefährlichen Flügen, stillen Beobachtungen und trockenem Humor entsteht ein intimes Doppelporträt zweier Menschen, die einander näherkommen, ohne grosse Worte dafür zu brauchen.
Eine wahre Reise über das Erinnern
Das Buch führt vom Aufbruch in Triengen über Ägypten, Saudi-Arabien, Djibouti, Äthiopien, Kenia, Tansania und Südafrika bis nach Botswana und Namibia. Doch seine entscheidende Strecke misst sich nicht in Kilometern. Sie liegt zwischen einem Vater und seinem Sohn: in einem gemeinsam gebauten Flugzeug, in einem Mayday über Jizan und in einer Nacht unter der Milchstrasse, in der ein Junge endlich ausspricht, was ihn bewegt.
Die Erzählung verbindet präzise Flugbücher und packende Reisebilder mit einer zweiten, leiseren Stimme. Alain erhält Raum, die damaligen Momente aus seiner eigenen Perspektive zu betrachten — als literarische Annäherung, offen benannt und behutsam geführt. So wird aus Erinnerung ein Gespräch, das über den Tod hinausreicht.
Dieses Buch handelt von Abenteuer und Verlust, vor allem aber von Zeit: von der kurzen Spanne, in der Eltern und Kinder einander wirklich begegnen können. Es erinnert daran, dass es dafür keine Reise nach Afrika braucht. Nur den Mut, hinzusehen und zuzuhören, solange beides noch möglich ist.